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Genossenschaftliche Impulse für die Zukunft der Tierveredelung

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 01/2026

Beim fach:forum Tierische Veredelung 2025 diskutierten Experten und Genossenschaftsvertreter die zentralen Herausforderungen der Nutztierhaltung. Der Genossenschaftsverband Weser-Ems brachte dabei die Perspektiven seiner Mitgliedsbetriebe aktiv in die bundesweite Debatte ein.

Christoph Metzner, DRV (2.v.l) diskutiert mit Franz-Josef Holzenkamp, DRV Björn Fromm, Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. und Joachim Rukwied, Deutscher Bauernverband (v.l.) über Wertschöpfungsketten im tierischen bereich.

Am 26. und 27. November fand in Berlin das fach:forum Tierische Veredelung 2025 des Deutschen Raiffeisenverbandes e.V. (DRV) statt — ein zentraler Branchentreff für Vertreter der genossenschaftlichen Milch-, Futter‑ sowie Vieh- und Fleischwirtschaft. Unter dem Leitgedanken „Vertrauen, Sicherheit, Bezahlbarkeit – ist das für die Zukunft zu viel verlangt?“ diskutierten rund 150 Engagierte gemeinsam mit Experten und Expertinnen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft drängende Fragen einer nachhaltigen Tierhaltung. Der Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V. (GVWE) war durch die Unternehmensberater Hendrik Schultz und Ulli Mitterer vertreten — ein klares Signal: Weser-Ems bringt die regionalen Perspektiven aktiv in die gesamtdeutsche Diskussion ein.

Ein zentrales Thema war die geplante Novelle des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG). Die geplante Inkraftsetzung im März 2026 wurde von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Silvia Breher, infrage gestellt. Aufgrund juristischer und EU-technischer Hürden sei eine fristgerechte Umsetzung nicht realistisch. Dies gibt Verbänden wie dem DRV und GVWE die Möglichkeit, praxisnahe und faire Rahmenbedingungen einzubringen.

Herausforderungen für die Landwirtschaft

Die Nutztierhaltung steht an einem Wendepunkt: Tierseuchen, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und zunehmende politische Eingriffe erhöhen den Druck auf Betriebe. Genossenschaftliche Organisationen spielen hier eine Schlüsselrolle: Nur mit gemeinsamer Stimme entlang der Wertschöpfungskette lassen sich Stabilität und Zukunft sichern. Für den GVWE bedeutet dies, die Interessen der Mitgliedsunternehmen aktiv einzubringen.

Bedeutung für Weser‑Ems

Die Teilnahme von Hendrik Schultz und Ulli Mitterer verdeutlicht das Selbstverständnis des GVWE als Teil der gesamtdeutschen genossenschaftlichen Agrarwirtschaft. Der Schulterschluss mit dem DRV eröffnet den Mitgliedsgenossenschaften in Weser-Ems die Möglichkeit, frühzeitig informiert zu sein und Positionen einzubringen.

Genossenschaften sind gefordert, nicht nur zu reagieren, sondern aktiv zu gestalten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Verschiebung des THKG genutzt wird, um praktikable Lösungen zu entwickeln — und ob die genossenschaftliche Basis diese Chancen nutzt. Für Weser-Ems bedeutet dies: Sicherung bestehender Strukturen, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Perspektiven für eine zeitgemäße Tierhaltung.